30. Januar 2022

Krawattenknoten & Felsentunnel - Sa Calobra (Mallorca)

 

Im Nordwesten Mallorcas befindet sich einer meiner Lieblingsplätze auf der Insel: Sa Calobra. Der langgestreckte und lediglich 72 Einwohner zählende Ort zieht jährlich Tausende Touristen an. Er liegt nämlich an einer der schönsten Stellen der Insel.

Doch was macht Sa Calobra so besonders? Dazu kommen wir später. Denn das erste Highlight in Verbindung mit diesem Örtchen ist die Anfahrt! Es führt eine traumhaft schöne Panoramastraße, die MA 2141, aus dem Gebirge hinunter zum Ort. Egal ob ihr über die MA 10 von Norden oder von Süden kommt, ihr müsst irgendwann auf diese Straße abbiegen und hier beginnt des einen Freude und des anderen Leid.

Doch bevor auf die Serpentinenstraße abbiegt, macht noch einen Stopp und gönnt Euch einen frischen Saft oder einen Kaffee am Café Escorca und genießt die Aussicht - direkt an der Abzweigung von der MA 10 zur MA 2141.




Ab hier geht es dann auf MA 2141 weiter hinunter zum Meer. Die Serpentinenstrecke ist 12,6 km lang, relativ schmal und man überwindet einen Höhenunterschied von 682 Metern. Insgesamt 12 Haarnadelkurven gilt es zu meistern. Die kurvenreiche Straße wurde von einem italienischen Ingenieur entworfen und erst 1932 gebaut. Denkt dran, immer ein Stück voraus zu blicken, ob Euch was entgegenkommt. Die Straße ist so schmal, dass man oft etwas ausweichen muss, wenn Gegenverkehr herrscht. Wenn Stellen unübersichtlich sind, vor der Kurve kurz hupen und das Fenster einen Spalt öffnen, damit auch ihr das Hupen Anderer hört. Auf der Strecke verkehren übrigens auch Reisebusse! Die Busse hat man im Jahr 2017 limitiert, so dass es weniger geworden sind.


Es ist die einzige Zufahrtsstraße nach Sa Calobra. Ansonsten wäre der Ort nur noch über den Seeweg erreichbar. Früher war es so, dass man den Ort nur vom Wasser aus erreichen konnte oder über einen sehr beschwerlichen Fußweg übers Gebirge.

Nach ca. 3,5 km Fahrt auf der Strecke erreicht ihr das Highlight des Straßenbaus auf Mallorca - eine 270 Grad-Kurve - auch Krawattenknoten genannt. Diese Art der Straßenführung stellte damals für den planenden Ingenieur die einzige Möglichkeit dar, den Richtungswechsel im Gebirge zu vollziehen.

Durchfahrt am Krawattenknoten

Direkt am Krawattenknoten könnt ihr nochmal einen Stopp einlegen. Es gibt Souvenirs, Getränke, Snacks und einen Münzpressautomaten. Natürlich auch hier wieder interessante Aussichten!

Nach weiteren 9,4 km seid ihr unten im Ort Sa Calobra angekommen. Hier gibt es einen zentralen großen Parkplatz. In der Nebensaison reichlich bemessen, kann es in der Hauptsaison schonmal arg voll werden. Ihr müsst auf diesem Parkplatz parken. Alternativen gibt es nicht und auch am Rand kann man sein Auto nicht irgendwo abstellen - das würde Rettungsfahrzeuge auf den eh schon engen Straßen behindern.

Vom Parkplatz lauft ihr dann ca. 350 m in den Ort hinunter. Dort kommt ihr direkt am Ortsstrand an und es gibt Souvenirs und Gastronomie. Nun haltet ihr Euch rechts und lauft parallel zum Wasser.
  


 

Uferweg

Entlang der Küste habt ihr einen schönen Blick aufs Meer und erreicht nach ca. 350 m den Fußgängertunnel. Der Tunnel ist beleuchtet und ihr könnt auch im Tunnel ab und zu nach draußen blicken.


 

 


Wenn ihr aus dem Tunnel heraustretet, geht es eigentlich nur noch ein Paar Schritte und Stufen weiter und schon steht ihr auf einem großen Platz mit kiesigem Grund. Rechterhand seht ihr den Torrent de Pareis. Der Torrent de Pareis ist eine Art Schlucht oder korrekt übersetzt ein Sturzbach - er führt aber nicht immer Wasser. Den Torrent de Parais kann man auch erwandern, aber hier ist sehr viel Vorsicht geboten. Bereits kleine Niederschlagsmengen können hier zum großen Problem werden. Es gibt jedes Jahr reichlich Rettungseinsätze - Handyempfang in der Schlucht eher nicht vorhanden. Sicherer ist es, eine geführte Wanderung zu buchen.


Linkerhand seht ihr eine wunderschöne Bucht zwischen den steil aufragenden Felsen. Das Wasser ist hier wunderbar klar und leuchtet an den meisten Tagen türkis. Je nachdem wieviel Regen gefallen war, kann sich auch auf dem großen Platz ein See bilden.






Für mich ist Sa Calobra einer der schönsten Ort auf Mallorca. Dadurch, dass es nicht so einfach zu erreichen ist, ist hier - zumindest in der Nebensaison - auch nicht ganz so viel los. Ich habe festgestellt, dass im April schon wesentlich mehr Touristen da sind als im Februar. Ich denke, im Sommer ist hier richtig viel los. Dann vielleicht vorher auch informieren, ob es weitere Zufahrtsbeschränkungen gibt bzw. ziemlich früh morgens starten. 2018 war mal geplant, die Zufährt ggf. auch zu sperren, da es jeden Sommer immer wieder Probleme auf der engen Strecke gibt. Am Kap Formentor hat man dies bereits seit 2018 durchgezogen und man kommt im Sommer mit dem Auto nicht mehr ran. Bleibt abzuwarten, ob sich hier in Richtung Sa Calobra auch noch Beschränkungen ergeben. Informiert Euch also vorher.

Sobald ich mal wieder dort bin, update ich den Artikel, sollte es News geben. Wenn ihr noch Infos habt oder Euch ne Story mit Sa Calobra verbindet, schreibt mir doch einfach in die Kommentare!

Café Escorca: GoogleMapsLink

Krawattenknoten: GoogleMapsLink

Parkplatz Sa Calobra: GoogleMapsLink (gebührenpflichtig)




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