15. Juni 2022

9-Euro-Ticket-Tour - Dom St. Marien Zwickau


Der erste Tagesausflug mit dem 9-Euro-Ticket führte mich nach Zwickau, der viertgrößten Stadt in Sachsen. Dazu muss man sagen, dass ich sonst auf meine Ausflügen stets mit dem Auto unterwegs bin. Also auf ins Abenteuer Nahverkehr!

Los ging es in der Heimatstadt Zwenkau im Leipziger Neuseenland. Einen Bahnhof gibt es schon lange nicht mehr, deshalb ab hier erstmal mit einem Bus. Der Bus brachte mich pünktlich nach Böhlen, wo die S-Bahn Mitteldeutschland abfährt. Auch die S-Bahn fuhr pünktlich und direkt durch bis Zwickau. Nach etwas weniger als 2 Stunden war ich von Ort zu Ort gelangt. Im Vergleich dazu braucht man mit dem Auto etwas knapp über eine Stunde.

Vom Hauptbahnhof Zwickau ging es dann weiter mit der Vogtlandbahn in wenigen Minuten bis direkt zur Altstadt. Hier war ich schonmal fasziniert, dass ein Zug bis in eine Innenstadt fährt und direkt auf seinen breiteren Schienen neben der Straßenbahnhaltestelle Zwickau Zentrum hält.

Also direkt in der Innenstadt ausgestiegen und erstmal losgeschlendert. Shopping stand als erstes auf dem Programm. Und das kann man in Zwickau wirklich überraschend gut. Es war Samstag Mittag und die Innenstadt war relativ leer. Die Läden waren ebenso leer und man konnte ganz in Ruhe stöbern und musste nicht mal an der Umkleide anstehen - kenn ich von den größeren sächsischen Städten und Einkaufszentren zum Samstag ganz anders.

Nach dem Shopping musste noch etwas Sightseeing her. Was bietet sich da besser an, als ein Besuch im Dom St. Marien direkt im Zentrum? Ein von außen wahrlich imposantes Bauwerk - nämlich mit 88 Metern das höchste in Zwickau.

Ursprünglich war der Dom früher die evangelisch-lutherische Kirche St. Marien und wurde als romanische Sakralkirche um 1180 erbaut. Sie wurde erst später von Reichsbischof Müller zum Dom erhoben. Der Turm der Kirche wurde später erneuert, nachdem der Blitz eingeschlagen hatte. 1945 wurde die Kirche bei einem Luftangriff beschädigt, danach aber recht zügig wieder aufgebaut und etwa 10 Jahre später im Detail wieder rekonstruiert.

So groß und majestätisch der Dom nun da mitten in Zwickau steht, so wenig vermutet man, dass es hier dennoch auch neuzeitliche Probleme mit der Substanz gibt. Durch Luftverschmutzung und Witterung ist der Sandstein wohl stark angegriffen. Durch Bergbau im Steinkohlerevier senkte sich das Bauwerk bereits um mehr als 3,50 Meter in Richtung Markt. Dieser Effekt betrifft alle Bauten und so liegt das gesamte Stadtzentrum heute unterhalb des Wasserstands der Zwickauer Mulde. Aber es gibt Hoffnung: Durch Flutung der alten Tagebauschächte hebt sich alles nach und nach wieder. Der Dom wurde innen gesichert und seine Bewegungen mittels Laser überwacht.

Den Dom kann man auch von innen besichtigen. Das Eintrittsgeld beträgt 2 Euro pro Erwachsenem. Auch innen ist das Bauwerk groß und richtig schön. Ein Blickfang ist die große Orgel, welche 1969 von einer Bautzner Firma erbaut wurde. Es war der größte in der DDR in einer Kirche getätigte Orgelneubau.

Sehenswert sind auch die vielen kleinen Dinge und auch Kunstschätze, die einen Kirchenbau so einzigartig machen. Und davon gibt es im Dom St. Marien reichlich.



Im Dom wurde auch Robert Schumann, welcher 1810 geboren ist, getauft. Die Stadt Zwickau wird ja auch Schumann-Stadt genannt. Zu besichtigen gibt es dazu das Robert-Schumann-Haus. Aber nicht nur Schumann ist eine Berühmtheit von Zwickau. Bekannter sollte fast der Trabant sein, der in der Stadt ab 1957 bis zur Wende gebaut wurde. Heute erinnert an diese sächsische Automobillegende das August-Horch-Museum. Da ich selbst seit fast 30 Jahren einen Trabant fahre, kenn ich natürlich das Automobilmuseum bereits und kann auch einen Besuch dort nur empfehlen. Direkt gegenüber vom Dom befinden sich noch die Priesterhäuser mit dem Museum für Stadt- und Kulturgeschichte. Wer also nicht oder nicht nur in den Dom mag, der hat weitere Möglichkeiten, sich in Zwickau kulturell umzuschauen.

Und wer nach dem Besuch des Doms Hunger verspürt, der kann direkt neben dem Dom bei Wenzels einkehren. Hier werden verschiedene böhmische Biere und Köstlichkeiten serviert. Im Sommer kann man direkt neben dem Dom im schattigen Freisitz Platz nehmen, im Winter speist man im urgemütlichen Inneren des alten Hauses. Meine Empfehlung sind die Knödel-Pommes und dazu ein Staropramen Granat. die Knödel-Pommes eignen sich als Vorspeise zum Teilen - die Portion ist nämlich riesig.



Nach dem Essen noch ein Abstecher zum Brunnen der Kornmüller. Das ist nicht der einzige Brunnen in Zwickau - es gibt reichlich hier. Auch das könnte ein Ziel sein - mal von Brunnen zu Brunnen durch die Stadt zu wandern.

An der Haltestelle Zwickau Zentrum ging es dann wieder in die Vogtlandbahn, welche uns diesmal zum Umsteigen bis nach Werdau brachte. Dort gerieten wir beim Aufenthalt von etwa einer halben Stunde noch in die Verabschiedung des Bahnhofs - sozusagen die Geburt eines Lost Places. Leider kam dann unser Zug pünktlich - das Treiben beim Abschiedsfest hätt ich gern noch etwas länger angeschaut. Weiter ging es nun bis Markkleeberg und von dort wieder mit dem Bus zurück nach Zwenkau - alles pünktlich, nicht überfüllt und reibungslos.

Fazit: Die Verbindung mit dem Nahverkehr hat super geklappt und von Überfüllung war auch nichts zu spüren. Man ist relativ entspannt unterwegs und kann auch mal ein Bierchen trinken. Zwickau ist einen Ausflug wert - da gibt es immer was zu sehen und shoppen ist auch prima.

Dom St. Marien: GoogleMaps

Brunnen der Kornmüller: GoogleMaps

Gastro-Tipp: Wenzels GoogleMaps, Website 




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