10. Juli 2022

Soldatenhöhlen bei Kreischa (Sachsen)


Im südlichen Sachsen in der Nähe von Dresden beim Ort Kreischa befinden sich am Flusslauf des Lockwitzbachs die sogenannten Soldatenhöhlen. Woher diese Höhlen ihren Namen haben, ist eigentlich gar nicht so klar, sondern beruht nur auf Vermutungen. Überhaupt gibt es wenig fundiertes Wissen zu diesen Höhlen. Aber auch geologisch gesehen ist dieses Gebiet mit roter Erde und Gestein sehr interessant.

Schon der Name "Soldatenhöhlen" macht eigentlich neugierig und so machten wir uns auf den Weg, diese Höhlen mal näher zu betrachten. Parken kann man an der Hauptstraße in Höhe der Wohnblöcke (GoogleMaps-Link unten). Bitte beachtet, dass man auf dem Stiftsgut, welches am nächsten zu den Höhlen liegt, nicht parken kann. Dies ist den Anwohnern vorbehalten. Vorm Gut gibt es zwar 6 Parkplätze, aber die sind schnell belegt und außerdem verpasst man damit die kleine Wanderung entlang des Lockwitzbachs.

Lockwitzbach

Vom vorgeschlagenen Parkplatz lauft ihr dann erstmal nach Norden und biegt rechts in die nächste Straße (Wiesenstraße) ein. Dann an der nächsten Abzweigung wieder rechts und ihr orientiert Euch Richtung Garagen. Die Brücke nicht überqueren - das wäre der falsche Weg. Ihr geht hinter den Garagen vor der Brücke einen kleinen Pfad lang, der Euch auf den Weg entlang des Lockwitzbaches bringt. An der nach kurzer Zeit auftauchenden ersten Brücke geht ihr vorbei - es kommt kurz darauf noch eine, die ihr überquert. Auf dem Weg seht ihr übrigens schon auf dem gegenüberliegenden Ufer die Höhlen. Die nächste Brücke dann überqueren und noch ein paar Meter nach links und schon seid ihr da. Ihr lauft vom Parkplatz keine 10 Minuten. Also eine ganz kleine einfache Wanderung - optimal für Kinder, die gern schnell am Ziel sind. Und wenn es richtig heiß ist, gibt es auf Höhe Stiftsgut im Bach eine Stelle, wo man sich gut im Lockwitzbach erfrischen kann. Übrigens hab ich das jetzt hier mal so ausführlich geschildert, weil es eben an Schildern fehlt. Ich habe keinerlei Hinweisschild auf die Höhlen gefunden.

hier kann man gut die Füße ins Wasser tun
Brücke über den Lockwitzbach

Angekommen an den Soldatenhöhlen findet man hier 5 Höhlen vor. Allerdings ist unbekannt, welchen Ursprung die Höhlen wirklich haben. Fest steht aber allem Anschein nach, dass die Höhlen künstlich geschaffen wurden. Betrachtet man die Gänge, so kann man feststellen, dass das Gestein wohl bergmännisch bearbeitet wurde. Die Eingänge sind teils auch abgestützt.



Gänge von innen

Es wird vermutet, dass schon Altzeitmenschen die Höhlen schufen und nutzten. Einige kleinere Öffnungen lassen darauf schließen, dass die Höhlen zur Lagerung von Wintereis genutzt wurden. Ihren Namen haben die Höhlen vermutlich daher, dass dort Soldaten während eines Krieges Zuflucht suchten und eine kleine Verteidigungsstation errichteten. Andere Quellen wiederum schreiben, dass nicht Soldaten, sondern die Menschen der Umgebung in den Höhlen Schutz vorm Krieg suchten. Ihr seht, es gibt jede Menge Spekulationen um Entstehung und Nutzung der Höhlen. So richtig erwiesen scheint hier nichts zu sein. Eigentlich verwunderlich, dass man es nicht geschafft hat, das Ganze zu erforschen. Aber auch das macht es eigentlich reizvoll, durch die Höhlen zu gehen und aufmerksam alles zu betrachten und sich vielleicht selbst eine Vorstellung davon zu machen, wofür diese mal von Nutzen waren.
Einfülllöcher für Wintereis?

Für eine Besichtigung solltet ihr auf jeden Fall festes Schuhwerk tragen und eine Taschenlampe mitnehmen. Auch wenn die Gänge nicht lang sind, so sind sie stellenweise doch verdammt dunkel. Grad wenn es draußen sehr hell ist, hilft eine Taschenlampe schon, um zu sehen, wo man hintritt im Inneren.

Für Kinder sind die Höhlen total spannend und relativ ungefährlich. Der Boden drinnen ist mit altem Laub bedeckt, birgt aber keine größeren Unebenheiten. Man kann wirklich recht gut drin laufen. Auf den Kopf muss man aufpassen, da die Höhlen nicht zum aufrechten Gang gedacht sind. Und an den Ausgängen gilt ebenfalls Vorsicht, da es dort dann doch etwas steil einen kleinen Abhang heruntergeht. Am besten besucht man die Höhlen bei trockener Witterung und möglichst auch nicht im Winter - sonst könnte es zu rutschig sein.


Und wer sich für Geologie interessiert, für den haben die Höhlen auch eine Besonderheit zu bieten. Hier findet man nämlich eine Gesteinsart, welche Rotliegend genannt wird, vor. Daher auch die rötliche Färbung des Hangs und des gesamten Gesteins der Höhlen. Wen das näher interessiert, der bekommt es auf Wikipedia ganz gut erklärt.

Alles in allem ist der Ausflug zu den Soldatenhöhlen ein spannendes Erlebnis. Grad wenn man Kinder dabei hat, ist es für diese ein Highlight. Im Sommer ein kleines Handtuch mitnehmen für die Erfrischung im Bach und die Taschenlampe auf keinen Fall vergessen! Die gesamte Strecke vom Parkplatz zu den Höhlen und wieder zurück ist grad mal etwa 1,5 Kilometer lang - also auch für Wandermuffel ein optimales Erlebnis.

Hier noch ein kurzes Video zu den Soldatenhöhlen:



Lage der Höhlen: GoogleMaps

Parken: GoogleMaps



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