28. Juli 2022

Madonna della Corona (Italien)


Unweit des Gardasees am Monte Baldo bei der Ortschaft Spiazzi befindet sich eine ganz besondere Wallfahrtskirche. Das Bauwerk Madonna della Corona wurde hier teilweise im Fels errichtet und das an einer ziemlich steilen Felsenwand auf über 700 Metern Höhe.

Es fasziniert mich immer wieder, wo die Menschheit Kirchen erbaut. Gerade im südlichen Europa sind Kirchenbauwerke zu finden, welche an Stellen errichtet wurden, wo man sich heute noch fragt, wie die Leute damals überhaupt auch nur das Baumaterial dahin bekommen haben. Bei der Kirche Madonna della Corona kommt man auch ins Staunen, wenn man sieht, wie diese an der Steilen Felswand "klebt". Ein Teil der Kirche wurde in den Stein gehauen, ein anderer Teil an der Felswand "angebaut".


Im 15. Jahrhundert entstand hier die erste Kirche. Es erfolgten An- und Umbauten und dann ab 1974 eine umfangreiche Restaurierung. 1978 wurde die so fast neu gebaute Kirche geweiht und auch der Pabst war hier schon vor Ort. Woher der Name "Madonna della Corona" stammt ist nicht ganz geklärt. Man geht davon aus, dass er von den Felswänden stammt und nichts mit der Krone zu tun hat.

Früher war die Kirche nur sehr schwer zugänglich. Es galt, an die 600 Höhenmeter zu überwinden und man benötigte für den Weg mehrere Stunden. Eine weitere Variante damals war das Abseilen über einen Lastenkorb, welcher im 16. Jahrhundert installiert wurde.

Erst später, um 1922, wurden die heutigen Zugänge mit Tunneldurchbrüchen geschaffen. Außergewöhnlich hierbei ist, dass man heute zur Kirche von oben herabsteigt. Es gibt zwei Varianten - einmal einen längeren Weg mit Serpentinen oder den kurzen Weg über Treppenstufen. Vom Parkplatz bis zur Kirche ist man etwa 10-15 Minuten unterwegs. Wer nur wenig laufen mag, der kann auch den Shuttle-Bus nehmen. Das habe ich dann für den Rückweg in Betracht gezogen, denn bergauf laufen bei über 30 Grad und der Länge des Weges war keine Option, die ich schick fand.

Man kann natürlich auch hin und zurück den Bus nehmen. Abfahrt des Busses ist am Parkplatz - Ticket kauft man beim Fahrer. Ein paar Meter laufen muss man allerdings auch dann, denn der Bus fährt nur bis etwa 400 Meter von der Kirche entfernt. Und man verpasst den Weg an sich, der auch sehr interessant ist. Im Zuge der Restaurierung wurde hier nämlich ein Kreuzweg geschaffen, welcher 15 Stationen hat. Diese sind teilweise wirklich sehenswert und machen den Abstieg kurzweilig.

Am Ende des Weges angekommen (wo auch der Bus in der Nähe hält), erwartet Euch ein toller Anblick des Bauwerkes. Ihr geht dann durch die Felsentunnel direkt bis zur Kirche. Auf dem Weg gibt es auch eine Bar für Getränke und Snacks.


Zur Kirche hinauf führen dann ein paar Treppenstufen. Die Kirche kann leider nicht ständig von innen besichtigt werden. Wir konnten auch nicht rein, da gerade eine Veranstaltung im Gange war. Durch die geöffneten Türen hörte man den Gesang und auch außen kann man sich einiges anschauen. Vielleicht sollte man für einen Besuch nicht unbedingt einen Sonntag wählen.


Schaut Euch am besten das kurze Video an. Hier bekommt ihr einen Eindruck vom Weg zur Kirche, den Stationen und zum Schluss von der Stimmung und dem Gesang an der Kirche.


Standort Kirche: GoogleMaps

Parken: GoogleMaps - kostenfrei

Bushaltestelle Kirche: GoogleMaps

Kosten Bus: 1,80 Euro pro Person und Strecke

Gastro: an der Kirche

Toiletten: an der Kirche



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