28. September 2021

Zerbst - Ruinenspaziergang mit Charme

Zerbst in Anhalt im Bundesland Sachsen-Anhalt: Irgendwo im Nirgendwo - im Kreis Anhalt-Bitterfeld gelegen und etwa 45 km südöstlich von Magdeburg. Man verirrt sich auf der Suche nach touristischen Dingen nicht unbedingt sofort nach Zerbst. Aber tatsächlich gibt es hier was zu sehen! Neben einem Schloss gleich 2 wunderschöne Kirchen-Ruinen.

Ich möchte Euch eine Runde durch Zerbst vorschlagen, welche  insgesamt ca. 3,5 km lang ist. Am Besten beginnt ihr Eure Runde durch Zerbst am Schloß. Hier könnt ihr auch Euer Auto abstellen.

Zerbster Schloß

Der Zustand des Bauwerks ist eher schlecht - aber es scheint, man arbeitet daran. Diese Halb-Ruine hat ihren Charme - mitten in einem weitläufigen Schloßgarten. Und es gibt auch tatsächlich ein bereits saniertes Gebäude - die historische Stadthalle. Auch ein größerer Schloßteich ist auf dem Areal - alles in allem ein schöner Spaziergang in der Natur.

Historische Stadthalle Zerbst

Von hier aus geht man ca. 650 m weiter Richtung Westen und gelangt dann zur Bartholomäikirche. Diese Kirche war wohl ursprünglich die Hofkirche des Schlosses und wurde im 12. Jh. geweiht. Heute ist sie in großen Teilen eine Ruine - es fehlt am Dach! Leider kann man diese Kirche nicht komplett besichtigen - zumindest kam ich bei meinem Besuch nur bis zur Vorhalle - ein Foto des Innenraums kann man dennoch machen.

Bartholomaikirche

Geht man von hier aus ca. 650 m weiter in Richtung Norden kommt man zum ältesten Kirchenbau Anhalts: St. Nikolai. Die Kirche wurde im II. Weltkrieg zerstört und fristet seitdem ihr Dasein als Ruine. Eigentlich sollte sie wohl schonmal abgerissen werden, wogegen sich aber Bürger und Denkmalschützer erfolgreich wehrten. Mittlerweile sind einige Sanierungsmaßnahmen zur Sicherung der Ruine erfolgt. Man kann die Kirche besichtigen - von außen und von innen.

St. Nikolai

Und gerade der Innenraum bietet eine schöne Kulisse für tolle Fotos. Und eine Kirche in der Größe als begehbare Ruine gibts nun auch nicht an jeder Ecke. Fast sollte man hoffen, dass das Bauwerk nie wieder völlig hergestellt wird - es hätte dann nur noch den Charme einer geschlossenen Kirche.

Innenraum St. Nikolai

Der Außenbereich rings um die Kirche ist eher geprägt von sozialistischer Baukultur. So wirken die Plattenbauten direkt neben dem historischen Bauwerk völlig Fehl am Platze. Aber wer sich schon öfter alte Bauten auf dem ehemaligen DDR-Gebiet angeschaut hat, wird wissen, dass die sozialistischen Stadtplaner zwar den Wohnungsbau gut vorantrieben, aber ästhetisch völlig schmerzlos daherkamen.

Direkt an der Kirche St. Nikolai findet man eine Roland-Statue, welche im II. Weltkrieg ebenfalls zerstört, mittlerweile aber wieder saniert wurde.

Roland

Von der Kirche St. Nikolai könnt ihr nun ca. 1 km quer durch die Stadt zurück zum Parkplatz am Schloß laufen und unterwegs vielleicht noch ein Eis essen oder einen Kaffee trinken.

Parken: am Schloß auf dem Parkplatz (Google Maps Link)

Rundweg wie im Blog beschrieben: ca. 3,5 km

Google-Maps-Links zu den 3 Sehenswürdigkeiten:
- Schloß
- Bartholomaikirche
- St. Nikolai

Gastro: unterwegs gibt es diverse Möglichkeiten


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