28. März 2022

Kirchen, Schloss & Eulenturm - Merseburger Spaziergang

Merseburg ist eine Stadt im südlichen Sachsen-Anhalt. Sie hat etwa 33.000 Einwohner und befindet sich ca. 20 Kilometer südlich von Halle und ca. 30 km westlich von Leipzig. Es ist eine der ältesten Städte in Mitteldeutschland. Entsprechend finden sich auch viele historische Gebäude in der Stadt. Da lohnt ein Streifzug durch Merseburg.

Ich möchte Euch auf einen etwa 4 Kilometer langen Spaziergang durch Merseburg mitnehmen. Wir kommen vorbei an folgenden historischen Sehenswürdigkeiten:

  1. Ruine der Kirche St. Sixti
  2. Kirche St. Maximi
  3. Krummes Tor
  4. Schloss und Dom
  5. Ständehaus
  6. Eulenturm
  7. Altenburger Damm
  8. Wilhelm-Busch-Passage
Je nachdem, wie lange ihr an den Orten verweilt oder ggf. auch einkehrt oder eine Besichtigung macht, dauert der Rundgang als reine Laufzeit etwa eine Stunde.

1. Kirchruine St. Sixti

Wir starten an der Kirchruine St. Sixti. Im Jahre 1045 wurde die Kirche gegründet. Mitte des 13. Jahrhunderts erfolgte ein Neubau. Die Kirche besaß damals eine riesige Turmhaube. Auch hatte sie ein schönes Geläut, welches aus drei Glocken bestand. Nach und nach wurde die Kirche als solche jedoch aufgegeben. Orgel und Altar wurden in die Stadtkirche St. Maximi verbracht. Auch auf dem Friedhof wurden nur noch Selbstmörder und Andersgläubige bestattet, welche auf dem Stadtfriedhof St. Maximi (übrigens direkt an der Parkempfehlung und gegenüber von St. Sixti) nicht willkommen waren. Seit dem Dreißigjährigen Krieg ist die Kirche ein Ruine. Auch die große Turmhaube wurde der Kirche mehrfach zum Verhängnis, denn der Blitz schlug hier regelmäßig ein. Und so kam es, dass bei einem Blitzeinschlag 1865 auch das Geläut zerstört wurde.


1889 wurde der Turm der Kirche zu einem Wasserturm umgebaut. Man nannte den Turm von nun an Kaiser-Friedrich-Turm, da selbiger im gleichen Jahr starb. Eine für den Turm gedachte Relieftafel misslang jedoch so sehr, dass man Geld sammelte und an anderer Stelle ein Denkmal errichtete.

Ihr seht, die Kirche hat schon einiges hinter sich und wurde nicht vom Glück verwöhnt. Irgendwas ging hier immer schief. Heute steht die Ruine der Kirche unter Denkmalschutz. Man kann die Ruine leider nur von außen besichtigen. Aber es ist schon ein imposantes Bauwerk und wirkt doch mächtig skurril mit diesem Wasser-Kirch-Turm.


Am Eingangsportal der St. Sixti wurde ein BlogStone by hugolienchen abgelegt... ob er gefunden wird?


Weiter führt der Weg etwa 600 Meter zur...

2. Kirche St. Maximi

Nutznießerin des Pechs der St. Sixti Kirch war ohne Zweifel die Kirche St. Maximi. Denn nicht nur Orgel und Altar erhielt sie von der St. Sixti, nein auch entschied man sich, das Geläut der St. Maximi instand zu setzen. Immerhin hatte Merseburg nach dem Blitzeinschlag in den Turm der St. Sixti 1865 gar kein Glockengeläut mehr - das von der St. Maximi war nämlich damals auch schon defekt.

Die Kirche ist eine spätgotische Hallenkirche und gehört heute zur evangelischen Kirchgemeinde Merseburg. Die Gründung der Kirche erfolgte wohl im 10. Jahrhundert.



Eine Besichtigung des Innenraumes war leider nicht möglich. Die Kirche scheint außerhalb der Gottesdienste für Besucher nicht zugänglich zu sein.

Etwa 400 Meter weiter Richtung Norden gelangt man vorbei am Jahreszeitenbrunnen die Domstraße entlang nun zum...

3. Krummes Tor

Das Krumme Tor gehörte zur Zeit des Hochmittelalters zur Wehranlage der Domburg. Allerdings steht hier heute nicht mehr das Original. Das Tor wurde nämlich 1822 abgerissen, jedoch 66 Jahre später in anderer Form wieder aufgebaut. Seit 2006 befindet sich im Turm privater Wohnraum. 

Geht man durch das Krumme Tor hindurch und hält sich links, gelangt man nach etwa 200 Metern zum...

4. Schloss und Dom

Schloss und Dom zu Merseburg stehen in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius gehört zur evangelischen Kirche. Der Dom ist ein Flügel des Schlosses. Ein Turm des Domes kann bestiegen werden. Auch eine Ausstellung kann im Dom besichtigt werden. Der Eintrittspreis liegt bei etwa 7,50 Euro pro Erwachsenem.


Das Schloss Merseburg ist im Renaissance-Stil erbaut. Es handelt sich um einen Bau aus dem Jahre 1500. Erbaut wurde es dreiflügelig, der vierte Flügel ist der Dom. Direkt am Schloss findet ihr auch die Merseburger Raben. Der Sage nach ließ im 15. Jahrhundert der regierende Bischof Thilo von Trotha einen treuen Diener hinrichten, weil er dachte dieser habe ihm einen Ring gestohlen. Er lange Zeit später fand man bei Arbeiten auf dem Dach den Ring in einem Rabennest. Als Mahnung, dass man niemals im Zorne richten solle, ließ der Bischof einen Raben in Gefangenschaft nehmen und änderte sein Familienwappen nun mit einem Raben und einem goldenen Ring im Schnabel. Seither wurde das Wappen an vielen Bauwerken angebracht und bis heute lebt ein Pärchen Raben am Merseburger Schloss.

Vom Schloss aus geht die Runde weiter. Gleich um die Ecke findet ihr das...

5. Ständehaus

Das Ständehaus war ein Parlamentsgebäude des Proviniziallandtages der preußischen Provinz Sachsen. Es wurde 1892 errrichtet. Heute ist es ein Kultur- und Kongresszentrum. Bei schönem Wetter könnt ihr Euch hier auch ein leckeres Eis am mobilen Verkaufsstand holen.

Von hier aus geht ihr nun etwa 350 Meter Richtung Südwesten und trefft dort auf den Fluss Klia und den

6. Eulenturm

Der 28 Meter hohe Eulenturm ist der einzige noch erhaltene von neun Mauertürmen der Stadt. Erbaut wurde er um 1450 im Rahmen der Erneuerung der Stadtmauer während des Sächsischen Bruderkrieges. Oben am Turm könnt ihr in Stein gehauene Eulen sehen.

Von hier aus geht es nun etwa 150 Meter südwestwärts zum

7. Altenburger Damm

Der Altenburger Damm wurde um 1450 als Wehranlage errichtet und 1735 teilweise abgetragen. 1858 wurde er im Zuge der Stadterweiterung durchbrochen.

Weiter geht es in Richtung Süden etwa 600 Meter zur

8. Wilhelm-Busch-Passage

Eigentlich ist die Wilhelm-Busch-Passage keine historische Sehenswürdigkeit. Aber sie liegt in dem Teil der Stadt, wo man gut was trinken und auch ein Eis essen und somit seinen Stadtrundgang genussvoll beenden kann. Zu empfehlen wäre hier für ein leckeres Eis das Eiscafé Fresco Gelato direkt am Eingang der Passage. In der Passage selbst befindet sich das Restaurant Wilhelm Busch. Auch wenn man nichts konsumieren möchte, so lohnt doch ein Blick in die Passage - schon der vielen Sprüche an der Wand wegen.

Und dann ist die Runde durch Merseburg auch schon zu Ende. Es ist wirklich eine sehenswerte Stadt. Nicht so überlaufen und voller historischer Entdeckungen. Und wem die Runde zu kurz ist, der kann auch vom Dom aus noch einen Abstecher an die Saale machen - die fließt nämlich direkt dahinter entlang.


Parken: kostenfrei in der Nähe von St. Sixti - GoogleMapsLink




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