12. April 2022

Lost Place Geistersiedlung Spora


In Sachsen-Anhalt im Burgenlandkreis liegt die heutige Gemeinde Elsteraue, zu der auch die Ortschaft Spora gehört. Spora selbst war früher in die Ortschaft Spora und die Sporaer Siedlung geteilt. Während die Ortschaft Spora stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Die Sporaer Siedlung geht erst auf das 19. Jahrhundert zurück.





Spora an sich hatte eher den Charakter einer Bauernsiedlung. Mit zunehmender Industrialisierung gewann auch die Kohleförderung immer mehr Bedeutung. Als in der Nähe die Gruben "Vereinsglück" und "Leonhard II" aufgemacht wurden, entstand das Straßendorf "Sporaer Siedlung". Hier fanden die Bergarbeiter Wohnraum und auch soziale Einrichtungen. Die Sporaer Siedlung hatte etwa 26 Gebäude und war als Straßensiedlung angelegt. Es gab Bauernhöfe, eine Schule und ein Gemeindehaus.

Auch einen Bahnhof gab es früher an der Siedlung. Von 1901 bis 1969 wurde eine Bahnstrecke von der Schmalspurbahn befahren und führte von Wuitz-Mumsdorf nach Gera. Bereits 1880 gab es wohl ein Gleis von Meuselwitz zur damals in Spora befindlichen Zuckerfabrik.

Mit dem Niedergang des Bergbaus in der Region und dem Schließen der Gruben und Fabriken zogen immer mehr Menschen in andere Regionen. Die Siedlung zog sich somit nach und nach leer. Im Jahre 1996 verlor die Sporaer Siedlung ihren letzten Einwohner. Seitdem steht sie als Geisterdorf in der Landschaft und verfällt immer mehr.

Viele der ehemals vorhandenen Gebäude stehen immer noch. Sie wachsen nach und nach zu und zerfallen. Viele Dächer sind kaputt und Zwischendecken sind eingebrochen. In den Häusern ist nix mehr drin - selbst sämtliche Kabel wurden entfernt. Ab und zu hängt mal noch eine Gardine an einem Fenster oder man findet ein paar bunte Fliesen vor. 

Trotzdem kann man in der Siedlung gut die Anordnung der Wohn- und Fabrikgebäude erkennen und sich ein Bild davon machen, dass hier früher wohl mal eine richtige Dorfgemeinschaft existierte.

Als wir in der Geistersiedlung unterwegs waren, begegnete uns ein älterer Herr mit seinem Fahrrad. Er frage, ob wir von hier stammen würden. Wir verneinten und sagten, dass wir das Areal sehr interessant finden. Auf Nachfrage teilte er uns dann mit, dass er von da stamme und dass bis nach der Wende noch zwei Häuser bewohnt waren. Aufgesammelt hatte er zwischen den Ruinen übrigens einen alten Edelstahltopf. Vermutlich kehr er ab und zu hierhin zurück, um verwertbaren Müll aufzusammeln.

Das Thema Müllablagerung war hier in der verlassenen Siedlung tatsächlich ein riesiges Problem. Nachdem hier niemand mehr wohnte, wurden vor den Ruinen tonnenweise Müll aller Art abgeladen. Die Gemeinde Elsteraue musste ziemlich viel an Steuergeldern aufbringen, um regelmäßig die Tonnen an Müll wieder abzutransportieren und fachgerecht zu entsorgen.

Die Müllproblematik ist auch ursächlich dafür, dass man heute die Siedlung nicht mehr mit dem Auto anfahren kann. Auf den Zuwegungen befinden sich Schranken oder Betonbarrieren. Dadurch scheint die Ablagerung von großen Müllmengen tatsächlich nachgelassen zu haben. Allerdings liegt in der Siedlung immer noch genügend Müll herum, vermutlich aber nicht mehr in dem Ausmaß wie es früher mal war.

Bleibt abzuwarten, wie es mit dem Areal weitergeht. Vermutlich mag hier keiner irgendwelche Kosten tragen müssen und so wird sich die Natur wohl irgendwann durchsetzen und alles wird überwachsen sein.

            

Im Video gibt es noch bewegte Bilder aus der Geistersiedlung Spora:




1 Kommentar:

  1. Ein sehr bedrückender Ort irgendwie. Aber auch sehr spannend. Bedrückend, weil dort nun keiner mehr lebt und er von zerplatzten Träumen und Hoffnungen zeugt, die die Leute dort sicher einst hatten. Aber vielleicht haben sie ihr Glück auch erst woanders gefunden, wer weiß. Auf jeden Fall ein aufregender Ort, wo man sicher ganz viel fotografeiren kann.

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