26. Januar 2022

Harz unter Tage - Weltkulturerbe Besucherbergwerk Rammelsberg

Hugolienchen on Tour - Reiseblog & Empfehlungen für Euren Urlaub: Harz unter Tage - Weltkulturerbe Besucherbergwerk Rammelsberg

Im niedersächsischen Goslar gibt es eine über 1000jährige Bergwerksgeschichte zu erkunden und kennen zu lernen - das Weltkulturerbe Museum & Besucherbergwerk Rammelsberg.

Das einstige Erzbergwerk ist seit 1988 außer Betrieb, denn die Erzvorkommen waren erschöpft. Aber betritt man heute hier die Waschkaue (der große Raum in dem sich die Bergleute umkleideten und duschten), könnte man meinen, die letzte Schicht ist erst ein paar Stunden her. Viele Örtlichkeiten des Bergwerkes wurden so gut erhalten und als Museum umgestaltet, dass es Spaß macht, hier die Geschichte des Erzabbaus zu erkunden.

Aber mal der Reihe nach: Nähert man sich dem ehemaligen Bergwerk, erkennt man schon, dass dieses hier etwas extra Großes war. Ich habe schon viele ehemalige Bergwerke besucht, aber dieses hat wirklich eine besondere Dimension - schon über der Erde.




Vor Ort kann man dann jede Menge erleben und besichtigen. Aber zuerst muss man sich entscheiden, was man möchte. Führung, wenn ja wie viele? Museum vor oder nach der Führung? Es gibt hier tatsächlich nicht nur eine Führung zu buchen, sondern mehrere. Informiert Euch am besten vor dem Besuch auf der Internetseite des Bergwerks (Link ganz unten), was es für Möglichkeiten gibt. Dort könnt ihr auch gleich die Tickets buchen. Ich selbst war eher spontan vor Ort und hatte Glück, dass es für 13 Uhr noch Tickets für die gewünschte Tour gab. Die Entscheidung war auf die Tour mit der Grubenbahn gefallen. Gerade um die kalt-nasse Jahreszeit und mit FFP2-Maskenpflicht wird genau auch diese Tour für Brillenträgerinnen empfohlen.

Bevor die Führung losging, war noch reichlich über eine Stunde Zeit. Also schräg übern Hof direkt ins Museum. Von riesigen alten Maschinen über Werkzeuge bis hin zur Mineraliensammlung gibt es hier wirklich viel zu sehen. Da reicht die eine Stunde gar nicht aus. Man bekommt reichlich Informationen zur Geschichte des Bergbaus in einer modern aufgearbeiteten und anschaulichen Weise. Man kann das Museum mit der Eintrittskarte auch vor und nach der Führung besuchen. Wenn man also vorher nicht alles schafft, macht man danach einfach weiter.







 





Die Führung stellte eine typische Bergwerksschicht nach und begann in der Waschkaue. Dort wurde sich versammelt und jeder suchte sich einen passenden Helm. Dann ging es los: Zuerst einmal wurde ein Kleiderkorb von der Decke geholt und erläutert, wie die Bergleute sich zu Schichtbeginn umgezogen und warum die Sachen dann an die Decke hochgezogen wurden.


 

Nach der kurzen Einführung ging es los in Richtung Bergwerkseingang. Auch hier immer wieder Erläuterungen zu den Räumen und Dingen, an denen man vorbeikam. Angekommen am Zug, suchte sich jeder einen Platz in einem der Wagen. Die Wagen sind komplett geschlossen und aus Metall. Es gibt reichlich Luftlöcher, aber rausschauen kann man auf der ca. einen halben Kilometer langen Fahrt in den Berg nicht wirklich. Es ist auch ziemlich dunkel während der Fahrt - wer also Angst vor Enge und Dunkelheit hat, sollte hier vielleicht nicht unbedingt dabei sein. Auf der Fahrt ruckelt und scheppert es ordentlich, es ist eben kein ICE erster Klasse. Die Geschwindigkeit konnte sich auch sehen lassen. Durch die Lüftungslöcher sah man die Felswände ganz schön schnell vorbeiziehen - ab und an erhellte eine Lampe den Stollen. Und das ganze stromgetrieben. Auf der Lok ist ein riesiger Akku platziert.



Am Zielort angekommen, ging es zu Fuß weiter. Es gab wieder jede Menge Wissenswertes darüber, wie die Bergleute damals gearbeitet haben, wo sie in den Berg eingefahren sind und wie ihr Tagesablauf war. Eine Einfahrt in den Berg hinab ist nicht mehr möglich, da die unteren Ebenen mit Wasser vollgelaufen sind. Aber man kann oben noch gut sehen, wie das damals vonstatten gegangen sein muss.


 


Weiter ging es zu verschiedenen Stationen. Und es gab tatsächlich auch eine Art Frühstücksraum, wo sich die Bergleute gesammelt haben, auf den Steiger gewartet haben und dann ihre Tagesaufgabe zugeteilt bekamen. Hier wurde damals sogar geraucht. In einem Erzbergwerk ist sowas möglich, da hier keine explosiven Gase vorkommen.

Während der weiteren Führung wurde dann auch der Prozess des Erzabbaus sehr anschaulich erläutert und mithilfe der alten Maschinen gezeigt. Da ging auch mal der Bohrer für einen Moment an und man bekam einen Eindruck davon, welche Lärmverhältnisse bei der Arbeit im Berg herrschten. Auch ein Überkopf-Lader war noch betriebsbereit und wurde vorgeführt. 





Die Führung war eine gute Mischung aus Informationen und Anschauung. Temperaturmäßig ist es im Berg sehr angenehm. Zwischen 8 und 12 Grad herrschen hier ganzjährig vor. Im Winter also was zum Aufwärmen und im Sommer zum Abkühlen. Gerade im Sommer sollte man daher an eine Jacke denken. 

Bevor ihr wieder nach Hause geht, schaut doch auch mal im Shop vorbei. Hier gibt es reichlich interessante Bücher. Weiterhin viele bergwerksbezogene Dinge und auch Mineralien, Schmuck und sogar einen Teddy mit Soft-Helm. Empfehlen kann ich auch die Gastronomie. Eine tolle Auswahl an leckeren Speisen (das Curry und die Schupfnudeln mit Paprika waren super), Getränken und Snacks.


Alles in allem kann man im Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg richtig viel Zeit verbringen. Plant unbedingt mehrere Stunden für einen Besuch ein. Es lohnt sich!

Parken: GoogleMapsLink

Website: LINK

Eintritt: 33 Euro für 2 Erw. und 1 Kind für Museum und 1 Führung (Stand: 01/2022)

Gastro: ja

Toiletten: ja

Barrierefreiheit: mehr als man denkt - spezielle Info-Seite: LINK



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