6. Februar 2022

Trockener Wasser-Lost-Place - Schleusenruine Wüsteneutzsch (Sachsen-Anhalt)

 

In Wüsteneutzsch sollte etwas Großes entstehen: Von Leipzig aus per Schiff zur Nordsee! Das war der Plan. Und so baute man parallel zum Elster-Saale-Kanal eine Schleusentreppen. Doch niemals fuhr ein Schiff hier entlang. 

Wüsteneutzsch ist eine kleine Ortschaft liegt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Sie liegt ca. 25 Kilometer westlich von Leipzig. Die Schleusentreppe befindet sich außerhalb der Ortschaft.


Es war im Jahr 1933 als man mit dem Bau der riesigen Schleusenanlage begann. Die Schleusentreppe sollte zwei Schleusenkammern haben. Zur gleichen Zeit liefen die Baurarbeiten zum Elster-Saale-Kanal. Den Bau des Kanals hatte man bereits 1920 beschlossen und starteten ebenfalls im Jahr 1933. Angeschlossen werden sollte das Wasserbauwerk an den Mittellandkanal. Zur Überwindung des Höhenunterschiedes des Flusses Saale benötigte man die Schleusentreppe.

Projektiert war die Schleusentreppe mit einer Länge von 85 Metern und einer Breite von 12 Metern. Der Plan sah vor, hier Schiffe bis zu 1000 Tonnen zu schleusen. Bis zum Baustopp 1943 wurde lediglich die obere Schleusenkammer angefangen zu bauen. Man hatte sich also 10 Jahre lang an dem Projekt betätigt und es dann letztlich aufgegeben. Es gab im Krieg andere Prioritäten. Auch nach dem Krieg wurden die Pläne nie wieder aufgenommen.

Und so steht da heute mitten in der Landschaft eine riesige Betonruine. Die Natur holt sich das Areal Stück für Stück zurück. Aber es noch deutlich zu erkennen, dass man hier Großes begonnen hatte. Ob die 16 Meter hohe Ruine jemals überwächst, ist ohnehin fraglich.









Mittlerweile hat man ein Schild aufgestellt, worauf zu lesen ist, dass ich hier die Schleusenruine Wützeneutzsch befindet. Auch eine Picknickstelle hat man geschaffen. So kann man im Schatten der Ruine den Anblick genießen.

Man kann neben der Schleusentreppe bergauf laufen und hat dann auch einen Blick von oben auf das Bauwerk. Man kann das Gelände auch umrunden zu Fuß. Auf jeden Fall ein interessantes und imposantes Bauwerk. Am besten besucht man die Schleusenruine in der kälteren Jahreszeit. Denn dann ist mehr Beton zu sehen, da die Bäume noch nicht voller Blattwerk sind.

Der Saale-Elster-Kanal-Förderverein e. V. bemüht sich seit Jahren um den Erhalt der denkmalgeschützten Bauwerke und zur Vollendung des Saale-Elster-Kanals. Da kann man nur viel Durchhaltevermögen wünschen!

Standort: GoogleMapsLink




4 Kommentare:

  1. Oh wie interessant, da gab es ja wirklich mal grooooße Pläne! Schade, dass sie nie vollendet wurden und der ganze Komplex jetzt unfertig und unbenutzt rumsteht! Ich war vor zwei Jahren das letzte Mal in Leipzig und hätte mir im Leben nicht vorstellen können, von dort aus mit dem Schiff zur Nordsee zu fahren! Aber eine spannende Idee war es!

    Liebe Grüße
    Jana

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  2. Liebe Grit,
    ich wusste gar nichts von dieser Schleusenruine, obwohl sie gar nicht so weit entfernt ist. Ich finde ja Schleusen schon im Betrieb gigantisch, aber so als leere Hülle mitten in der Natur wirkt das Ganze noch mächtiger. Toll, dass sich die Natur das Areal Stück für Stück zurücknimmt.
    Herzliche Grüße
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

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  3. Meine erste Straße habe ich in Schottland lebt. Ich finde diese Ruine toll wenn man wissen will wie’s Schleusen eigentlich funktionieren. Das wär doch mal was für eine Schulklasse.

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  4. Ich finde solche Lost Places ja total faszinierend. Es dauert gar nicht so lange und die Natur erobert sich den Platz zurück. Noch coller finde ich es aber, wenn aus stillgelegten Fabriken etc. colle Food Halls und Freizeitzentren werden.

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