18. August 2022

Sirmione - Inselstadt im Süden des Gardasees


Die Gemeinde Sirmione liegt ganz im Süden des Gardasees in der Lombardei. Kommt mit auf einen Tag an diesem Ort mitten in der Hauptsaison im Juli.
Beim Ankommen in Sirmione tut sich schon das erste Problem auf, zumindest wenn man ausgeschlafen mit dem Auto anreist. Ausgeschlafen = man reist nicht vor 10 Uhr an. Auto = wir benötigen einen Parkplatz. Ausgeguckt hatten wir uns den großen - wirklich großen - Parkplatz in der Nähe des Eingangs zur autofreien Altstadt. Feststellen mussten wir vor Ort, dass wir zu spät dran waren. Der Verkehr bildete einen schönen Rückstau und der Grund dafür war, dass der Parkplatz voll war. Nun erstmal aus dem Stau rauskommen, umdrehen und einen weiter entfernten Parkplatz aufsuchen und hoffen, dass nicht alle vorher schon auf die gleiche Idee gekommen sind.

Die Parkplätze, welche weiter entfernt von der Altstadt sind, werden von einem Bus-Shuttle bedient. Hier kann man für kleines Geld bzw. sogar teilweise mit dem Parkticket mitfahren. Allerdings war uns das kein Bedürfnis, da über 30 Grad, Menschen mit ganz viel Körperkontakt dicht gedrängt im Bus plus Maske (die dann vermutlich auch nix mehr hilft).

Glück hatten wir, dass wir dann etwa 2 Kilometer vom Eingang der Altstadt entfernt einen Parkplatz gefunden haben. Anschließend 25 Minuten zu Fuß gelaufen - allerdings dabei schöne Blicke auf den See gehabt. Trotzdem war man eigentlich schon durch... aber irgendwie dann doch etwas verzaubert vom Castello Scaligero, welches mit der Brücke den Eingang in die Altstadt bildet. Wer nicht so gut zu Fuß ist, der kann sich übrigens auch ganz vorn am Buswendeplatz absetzen lassen... dann hat nur einer das Lauf-Problem, nämlich der Fahrer 😅. Rückzu haben wir das dann tatsächlich so gemacht. Der Junior und ich waren so ziemlich fußlahm und hitzegeschädigt, so dass wir es vorgezogen haben, am Wasser im Schatten auf das Auto zu warten - Menschen beobachten hat gerade in der Nähe einer touristischen Bushaltestelle einen großen Unterhaltungswert!




Die Altstadt von Sirmione unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen schönen italienischen Altstädten. Kleine Läden, enge Gassen, reichlich Touristen und verhungern tut man auch nicht. Alles wie überall in Italien könnte man meinen. Aber in Sirmione ist eben das besondere, dass die komplette Altstadt eine Art Insel ist. Eine Landzunge - lang und schmal - reicht in den Gardasee hinein und an deren Spitze ist die Altstadt von Sirmione. Man kann also ständig ans Wasser laufen und aufs Meer gucken und das in drei Richtungen.



Die tausenden Touristen verlaufen sich tatsächlich dann auch auf dem ganzen Stadtgebiet - das mag man anfangs gar nicht glauben. Nachdem wir nun "drinnen" waren, sind wir durch die Gassen geschlendert und haben den Weg Richtung Inselspitze eingeschlagen. Ziel war der "Jamaica Beach". Immerhin bekommt man 12jährige am besten in eine Altstadt mit der Aussicht auf ein Bad im Meer. Aufgrund der langen Dürreperiode 2022 war am Strand wohl etwas mehr Stein und etwas weniger Jamaica-Feeling. Aber egal, Plan ist Plan - also ab ins Wasser. Wichtig hier: am besten Schwimmschuhe tragen.





Während die Jungs baden waren, hab ich mir Kaltgetränke mit Sitzplatz gesucht. Da bin ich direkt oberhalb in der Bar Grotte di Catullo fündig geworden. Man kann dort schön sitzen und es gibt reichlich Getränkeauswahl. Nebenbei kann man die Ankunft und Abfahrt der Mini-Treno beobachten. Das brachte mich dann auch auf die Idee, ein Stück des Weges zurück damit zu fahren.


Die Mini-Treno fahren wirklich ständig hin und her. Sobald einer abgefahren ist, kommt der nächste. Das ganze hat 1,20 Euro pro Person gekostet - sehr günstig also. Grad, wenn kleinere Kinder mit sind, ist sowas doch ein Highlight. Der kleine Zug fährt etwa 600 Meter bis zur Terme. Dort kann man dann aussteigen und wieder zu Fuß durch die Altstadt schlendern.


Uns verschlug es dann erstmal Richtung Meer am westlichen Ufer. Am Ende der Piazza Porto Valentino. Dort entdeckten wir einen Bootsanleger, wo Rundfahrten angeboten wurden. Auf Nachfrage erklärte man uns, dass man mit dem Motorboot ein Stück um die Inselspitze fährt und die Fahrt etwa eine halbe Stunde dauere. Das war optimal für einen spontanen Bootstrip. Also für 10 Euro pro Person (Kinder bis 11 zahlen die Hälfte) die Tour gebucht und nach 10 Minuten warten gings auch schon los. Das Boot war wie der Mini-Treno zuvor nicht voll besetzt. Also auch hier gar nicht so viel zu spüren von den Touristenmassen. Die Fahrt war ziemlich rasant und der Bootsführer erklärte zwischendrin auf englisch kurz ein paar Sachen - meistens gab er jedoch Gas. Es hat richtig Spaß gemacht und man musste sich schon auch festhalten. Das Highlight war, als er Höhe der Spitze der Halbinsel das Boot stoppte und uns auf das Wasser hinwies. Hier steigen Quellen auf und man sieht deutlich die Luftblasen mitten auf dem Meer nach oben steigen - faszinierend.





Zurück am Anleger ging es dann weiter durch die Altstadt. Es gibt gefühlt mindestens 100 Eisläden in der Stadt. Alle bieten dieses Touristeneis an, welches in großen Behältern schön dekoriert und farbenfroh einen großen Berg bildet. Ich hab vor Jahren schon gelernt, dass dies oft industriell hergestelltes Eis ist und von der Qualität her weit hinter dem handwerklich hergestellten, welches in verschlossenen Kübeln in der Theke steht (bessere Kühlung, weniger Bakterien, frei von Konservierungsstoffen), zurückbleibt. Auch habe ich schon an verschiedensten Stellen gelesen, man soll solches Eis schon gar nicht da essen, wo ganz viele Touristen sind - wegen Masse statt Klasse usw. Was hab ich gemacht? Ein Eis gegessen - es war schließlich heiß! Nunja abends war mir komisch und am nächsten Tag (zum Glück ein Fahrtag zur nächsten Unterkunft) wurde mir unterwegs mit Magenschmerzen und Raststätten-Klo-Besuchen nicht langweilig. Also ein Indiz, dass Hinweise in Reiseblogs durchaus wertvoll sind 😉. Und was ich auch - allerdings von Youtube - vorher wusste: Das Eis in Sirmione ist nicht billig. Pro Portion (Kugeln sind das ja nicht) 4 Euro. Da gingen mal eben 20 Euro über den Tresen für Eis essen zu dritt. Geschmacklich wäre ein Eis am Stiel aus der Truhe um Klassen besser gewesen - vermutlich auch günstiger.


Aber zurück zum Eis, als es noch am Anfang der Verdauungskette stand. Das haben wir nämlich mangels Sitzgelegenheiten dann auf den Stufen zur Kirche Santa Maria Maggiore gegessen. Die Kirche an sich ist klein, aber sehenswert. Hintendran ist noch eine Art kleiner Garten und ein großer Kirchturm - Ausblick aufs Meer gibts auch. Sehr idyllisch - kann man besuchen.


Dann gings weiter zurück Richtung Altstadt-Ausgang. Kurz vor Ende der Altstadt noch einen Blick in die sehr kleine Kirche Sant'Anna della Rocca geworfen. Ebenfalls sehr schöner Ort. Ich kann nicht sagen, wie viele Kirchen es in Sirmione gibt - aber die zwei, die aufm Weg lagen, waren echt schön. Alles in allem hatten wir einen erlebnisreichen Tag in Sirmione. Auch wenn ich anfangs etwas angenervt war vom weit entfernten Parkplatz und den tausenden Menschen, so kann ich sagen: das verläuft sich und Sirmione ist einen Besuch wert!

Übrigens kann man sicherlich auch noch andere Dinge in Sirmione erleben. Mein Blog da nur einen Einblick geben. Es gibt hinten an der Spitze noch eine Ausgrabungsstätte und sicherlich auch noch längere Bootstouren. Auch kann man das Castell besichtigen usw. Ihr werdet auf jeden Fall einen Tag in der Stadt ohne Langeweile rumbekommen!

Parken weiter hinten: GoogleMaps
(2 Euro/Stunde Stand: 2022)

Haltestelle Mini-Treno: GoogleMaps

Bar Grotte di Catullo: GoogleMaps

Bootsanleger: GoogleMaps

Kirche Santa Maria Maggiore: GoogleMaps

Kirche Santa'Anna della Rocca: GoogleMaps




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