30. August 2022

Pompeji - Entdeckungen unter der Asche des Vesuv


Die antike Stadt Pompeji ist heute eine der berühmtesten Ausgrabungsstätten Europas. Im Jahre 79 n. Chr. wurde sie beim Ausbruch des Vulkans Vesuv unter einer meterhohen Ascheschicht begraben. Nachdem die Stadt in Vergessenheit geraten war, wurde sie im 18. Jahrhundert wiederentdeckt und man begann, die Überreste freizulegen. Ich möchte im Blogpost aber nicht auf alle geschichtlichen Einzelheiten und Fundstücke eingehen - da gibt es genug Literatur. Vielmehr will ich ein paar Tipps für den Besuch geben und meine Eindrücke und Bilder teilen.




Bis heute sind sich Forscher uneins, an welchem Tag damals genau der Vesuv ausbrach. Man weiß, dass der Vulkanausbruch sich ein paar Tage zuvor ankündigte und einige Menschen sich in Sicherheit bringen konnten. Man weiß auch, dass viele Menschen unter der Asche erstickten oder von herabfallendem Gestein erschlagen wurden. Und man weiß, dass alle die beim direkten Ausbruch noch nicht tot waren, dann später durch Glutlawinen starben. Es hat also wohl so ziemlich niemand überlebt.

Bis vor ein paar Jahren ging man noch davon aus, dass sich der Ausbruch am 24. August ereignete. Es existieren Schriften aus der damaligen Zeit, welche allerdings mit widersprüchlichen Daten versehen sind. So kamen dann auch noch der 24. Oktober und der 24. November als Ausbruchstag in Betracht. Nachdem man nun unter der Asche herbsttypische Früchte fand, geht man davon aus, dass es ein Tag im Herbst gewesen sein muss, an dem der Vesuv so verheerend ausbrach. Neben Pompeji wurden auch die Städte Oplontis, Stabiae und Herculaneum komplett von Asche verschüttet.

Sehr lange Zeit nach dem Vulkanausbruch interessierte sich kaum jemand für die Stadt. Grabräuber waren in erreichbaren Ruinen unterwegs. Erst im Jahr 1592 entdeckte man bei Kanalbauarbeiten Dinge wie Tafeln, Münzen etc. Interessiert hatte es zu der Zeit niemanden. Wissenschaftliche Ausgrabungen begannen erst im Jahr 1748.

1863 gab es bei den Grabungen noch einmal einen richtigen Schub. Der Grabungsleiter Giuseppe Fiorelli prägte die Ausgrabungen durch seine Methoden. So setzte er darauf, von oben her zu graben und die Gebäude auch zu sichern und gegen Witterung zu schützen.


Fiorelli war es auch, der die Methode des Ausgießens von Hohlräumen einführte, in denen Menschen von der Asche eingeschlossen waren. So wurden die Hohlräume, welche Leichen in der ausgehärteten Asche hinterließen, mit Gips ausgegossen. Das Ergebnis waren Gipsabdrücke von Körpern. Man konnte anhand derer sehr gut nachvollziehen, in welcher Position die Menschen damals verstarben. Einige dieser Abdrücke sind nun in Pompeji ausgestellt.




Die Ausgrabungen in Pompeji dauern eigentlich bis heute an. Immer mal hört oder liest man in der Presse, dass wieder etwas gefunden wurde, was die Geschichte und das Leben in der damaligen Stadt anschaulicher macht.








Seit 1763 ist das Grabungsgelände auch zugänglich. Selbst Goethe und Mozart waren dort. Heutzutage wird das ganze professionell touristisch vermarktet. Man kann Tickets online bestellen und es gibt mehrere Eingänge. An den anliegenden Straßen haben sich sogenannten Tour-Guides niedergelassen, wo man angesprochen wird, dass man doch dort sein Ticket kaufen solle bis hin zu, dass es nur einen Eingang gäbe und da, wo man sich hinbewege nur ein Ausgang sei - man soll natürlich den "richtigen" Eingang gezeigt bekommen und dann auch dort sein Ticket kaufen - vermutlich kostet es mehr.

Wir waren mitten im Juli dort und haben uns für den Eingang am Amphitheater entschieden. Dieser Eingang ist nicht überlaufen und man kann seine Tickets vor Ort kaufen. Vor uns waren nichtmal 10 Leute, die ebenfalls Tickets wollten. Also nicht wirklich viel los. Das Ticket hat pro Erwachsenem 16 Euro gekostet. Der 12jährige hatte freien Eintritt.


Man bekommt einen Plan, mit dem man sich recht gut auf dem Gelände orientieren kann. Auch sind in regelmäßigen Abständen Wegweiser aufgestellt. Alle Gebäude sind außerdem nummeriert und beschriftet. Wir haben auch Leute mit Audioguides gesehen, welche es aber am von uns genutzten Eingang nicht gab. Von sowas bin ich selbst kein Freund - ich erkunde lieber selbst und lese halt auch mal nach, wenn mich etwas näher interessiert.


Geparkt haben wir etwa 600 Meter entfernt beim Parkplatz Piazza Giovanni XXIII (Link unterm Blog). Dort parkt man sicher auf einem Gelände für nur 2 Euro den ganzen Tag. Das Ticket kauft man direkt beim Wachmann bei der Einfahrt.

Da es auf dem Gelände von Pompeji, welches wirklich riesig ist, nur an einer Stelle Snacks und Getränke zu kaufen gibt, nehmt Euch im Sommer auf jeden Fall ausreichend Wasser mit. Und bedenkt dabei jedoch, dass das Mitführen von Rucksäcken und größeren Taschen untersagt ist. Das hatte bei uns allerdings wohl niemanden interessiert. Wir hatten - da wir darum wussten - keine Taschen dabei. Halt nur Gürteltasche und jeder ne 1,5 Liter Wasserflasche in der Hand. Allerdings sahen wir mehrere Leute mit normal großen Rucksäcken und haben sogar einmal beobachten können, wie Leute Steine eingesteckt haben. Sowas geht mal gar nicht - Steine auf der Ausgrabungsstätte klauen.

Am Kiosk gibt es übrigens auch Toiletten und einen Raucherbereich. Rauchen ist nämlich auf dem Gelände der Ausgrabungen untersagt. An mehreren Stellen gibt es auch fließendes Wasser zum Erfrischen. Hierfür wurden die alten Brunnen genutzt. Ob es trinkbar ist, kann ich nicht beurteilen.



Trotz der Hitze war der Tag in Pompeji für mich spektakulär. Wenn man sich allein vorstellt, dass die Stadt unter einer meterhohen Ascheschicht lag, dann erkennt man erstmal den Wahnsinn des Ausgrabens. Da kommt ja auch keiner mit nem Bagger und schafft Tonnen von Asche beiseite. Das ist fast alles Handarbeit und da haben vermutlich tausende Archäologen mit Schäufelchen und Pinselchen und ganz viel Geduld eine großartige Arbeit geleistet und leisten sie noch heute. Denn an vielen Stellen sieht man, dass weitergegraben wird.







Wenn man alles in Pompeji sehen will, reicht ein Tag nicht aus. Ich hatte mich vorher etwas mit dem Thema befasst und mir einige Punkte vorgemerkt, die ich anschauen wollte. Wenn man weiß, was man sehen will, kann man das durchaus an einem Tag schaffen. Und selbst der 12jährige hat trotz der Hitze gestaunt und richtig viel fotografiert. Er war auch fasziniert, wie die Menschen damals hier gelebt haben. Wie anders doch die Straßen aussahen, wie klein die Wohnungen und wie ungewöhnlich die Aufteilung dieser war. Auch die Wandmalereien und Bodenmosaike, die  wieder zum Vorschein gekommen sind, waren erstaunlich. Es ist wirklich faszinierend, durch die ausgegrabenen Straßen zu laufen und zu erahnen, wie die Menschen damals hier lebten. Es kommt einem vor Ort so idyllisch vor und man vergisst glatt für einen Moment, welch grausames Ende das Leben in dieser Idylle doch genommen hat.






Am Ausgang wieder angekommen, haben wir noch ein wenig im Souvenirshop gestöbert. Auf dem Weg zurück zum Auto gabs noch einen Stopp an einer bei uns so beliebten Automatenstation. Sowas gibts in Deutschland nicht. Kennen wir nur aus Italien und Spanien bisher. Von der warmen Suppe über Sandwiches, süßen Snacks bis hin zu Getränken aller Art. Für alles gibt es einen Automaten und Erfrischungen und Snacks für kleines Geld.


Fazit: Wer sich für das Leben in der Römerzeit interessiert. Wer "alte Steine" generell mag. Wen die Geschichte der Stadt Pompeji schon immer fasziniert hat. Und wer gut zu Fuß ist... Der sollte auf jeden Fall Pompeji besuchen! Ich habe schon einige Ausgrabungsstätten angeschaut - aber so etwas Grandioses und Riesiges wie Pompeji hab ich noch nie gesehen.

Da wir in Pompeji ganz viele Bilder gemacht haben, die ich gar nicht alle hier im Blog unterbringen kann, könnt ihr die Bilder gern per Diashow-Video hier genießen:




Parken: GoogleMaps, 2 Euro pro Tag

Eingang Amphitheater: GoogleMaps

Eintritt: 16 Euro pro Erwachsenem, Kinder frei (Stand: 2022)

Kiosk im Gelände: GoogleMaps

Automatenstation OASI24: GoogleMaps



1 Kommentar:

Die Software von Blogger tut sich manchmal etwas schwer mit dem Veröffentlichen (vom Handy oder Inkognito). Wenn es Euch nicht gelingt, gern Kommentar per Mail an hugolienchen@gmx.de - ich pack ihn dann rein.