13. September 2022

Neapel sehen... und ne Pizza essen

Neapel liegt etwa 220 Kilometer südlich von Rom und ist die Metropolitanstadt der Region Kampanien. Die Bewohner dieser Stadt bezeichnet man übrigens als Napoletani. Einwohner hat die Stadt reichlich - nämlich fast eine Million. Kommt mit auf einen Tag Neapel ohne große Vorplanungen, außer dem Vorsatz, eine Pizza zu essen!

Ursprünglich wollte ich ja, wenn man schonmal in der Nähe ist, den Friedhof Fontanelle besuchen. Das Beinhaus oder auch Knochenhaus ist legendär und ich habe schon viele Fotos gesehen, so dass ich es gern in echt gesehen hätte. Allerdings ist der Friedhof derzeit nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Also war die Motivation für Neapel die Pizza und etwas Streetart im Spanischen Viertel.

Angereist sind wir mit dem Zug, denn in fast jedem Reiseführer und auch -blog wird vom Autofahren und Parken in Neapel abgeraten. Fahren soll man hier wohl nicht, weil es chaotisch und hektisch zugeht. Parken soll man in Neapel nicht, weil die Chancen auf eingeschlagene Scheiben recht hoch sind. Die Anbindung ans italienische Bahnnetz ist prima und man findet sich auch auf dem Bahnhof sehr gut zurecht. So sind wir also die 60 Kilometer von Salerno in knapp über einer Stunde mit dem Zug gefahren.

Am Hauptbahnhof Neapel haben wir dann die Metro genommen und sind in Richtung Hafenviertel gefahren. Das Fahren mit Zug und Metro ist wie überall in Italien auch in der Region Neapel günstig. Für zwei Erwachsene und den 12jährigen haben wir hinzu für den Zug insgesamt 16,50 Euro und rückzu 14,10 Euro bezahlt. Tagestickets für die Metro haben wir für uns alle drei für insgesamt 10,50 Euro bekommen. Also alles in allem ist Mobilität mit Öffentlichen da wirklich preiswert.

Im Hafenbereich angekommen sind wir erstmal losgeschlendert und kamen auf dem Weg schon an einigen imposanten Gebäuden - u. a. dem Castel Nuovo - vorbei. Allerdings hatten wir keine Lust auf Indoor-Aktivitäten, sondern wollten uns eher die Stadt an sich anschauen. Nervig fand ich die gefühlt 100 Stände, welche alle den gleichen nicht-italientypischen Kram verkauften. Da fragt man sich, was Kreuzfahrer für einen Schund kaufen - täten sie es nicht, gäbe es die Stände ja nicht mehr.


Vom Hafenviertel aus ging es dann weiter in Richtung spanisches Viertel. Eigentlich wird sowohl von einem Besuch des Hafenviertels als auch des spanischen Viertels wegen der wohl vielen Diebstähle abgeraten. Aber wir hatten uns schon irgendwie drauf eingestellt und nur das Nötigste mitgenommen und die Taschen dann auch vorn getragen.

Unterwegs kamen wir an der Funicolare Centrale vorbei. Da mussten wir natürlich spontan mitfahren. Also ging es hoch auf den Berg und dort noch etwas rumgeschlendert. Wir stellten fest, dass es dann da oben noch eine weitere Standseilbahn gibt. Aber wir wollten ja eigentlich ins spanische Viertel. Also oben fix nen richtig guten Espresso im Caffè Cimarosa getrunken und wieder mit der Bahn nach unten gefahren und den Weg fortgesetzt.

Das spanische Viertel entsprach so ziemlich meiner Vorstellung einer süditalienischen Stadt. Ja, so hatte ich mir Neapel vorgestellt. Viele kleine und enge Gassen mit wenig Licht, von den Balkonen tropfte es stellenweise herab - aus Klimaanlagen oder von der Wäsche - so genau wollte man das gar nicht wissen. Viele Freisitze in den Gassen und Streetart in Form von Graffiti und anderen Kunstwerken an den Wänden. Allein die Anzahl der Klimageräte an den hohen Häuserfassaden gab ein krasses Bild ab.


Und die Pizza haben wir dann schließlich auch im spanischen Viertel gegessen. Im Vorfeld hatten wir gelesen, dass in Neapel spezielle Pizzen "a Stella" gibt. Die eigentlich anvisierte Pizzeria hatte leider geschlossen, so dass wir uns spontan an einem der Tische im spanischen Viertel niederließen. Und siehe da - auch hier gab es diese Pizza. In jeder Ecke versteckte sich etwas anderes... Käse, Wurst etc. Interessante Sache - haben wir zuvor noch nie irgendwo gesehen und auch auf der restlichen Italien-Runde nie wieder.

Gut gesättigt haben wir dann unsere Runde fortgesetzt. Irgendwie brauchten wir noch was fürs Auge mit kulturellem Hintergrund - also neben alten Gebäuden, Müll neben dem Müll und klimagerätebehangenen Fassaden.

Also ging es in Richtung Dom. Angekommen an der Kathedrale der Heiligen Maria Assunta staunt man erstmal, dass das doch recht große Bauwerk einfach so mitten zwischen den Häusern an der Straße steht - ohne riesigen Domplatz oder sowas davor. Drinnen war alles ziemlich pompös und schick. Und auch die Krypta war interessant.

Und schwups war ein Tag in Neapel rum und wir traten den Rückzug per Metro und Zug in Richtung Salerno an.

Fazit: Wer Neapel wirklich ausgiebig erleben will, sich vielleicht auch noch eine Ausstellung oder ein Museum anschauen möchte, der kommt mit einem Tag definitiv nicht hin. Mich hat die Stadt allerdings nicht so überzeugt, dass ich unbedingt nochmal hin möchte (es sei denn der Friedhof Fontanelle öffnet wieder). Neapel ist zwar besonders, aber ehrlich gesagt, hat Italien schönere Städte zu bieten. Für einen Tagesausflug und den Genuss des süditalienischen Großstadtflairs sowie einer fantastischen Pizza und den besten italienischen Kaffee aber empfehlenswert.





Funicolare Centrale: GoogleMaps

Caffè CimarosaGoogleMaps

Spanisches ViertelGoogleMaps

Pizzeria "Pizzaioli Veraci": GoogleMaps

Dom: GoogleMaps




8 Kommentare:

  1. Hallo Hugolienchen,
    nur ein Tag für Neapel und dann doch so viel gesehen. Ich war dieses Jahr selbst dort. Aber mehrere Tage. Es gibt noch so Vieles zum Ansehen. Du mußt unbedingt noch mal hin. Auch kulinarisch ist da noch einiges zu entdecken.
    Liebe Grüße,
    Marion

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  2. Neapel steht schon länger auf meiner Liste und hoffentlich klappt es nächstes Jahr endlich. :) Fand es wirklich spannend dich den einen Tag in Neapel zu begleiten, nur schade, dass der Friedhof nicht offen hatte. Aber vielleicht ein anderes Mal.

    LG,
    Vici

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  3. Nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe verspüre ich irgendwie das Verlangen im kommenden Sommerurlaub endlich wieder einmal nach Italien zu reisen und diese wunderschöne Stadt, mit all ihren Sehenswürdigkeiten zu besuchen.
    LG
    Stephan von Blindfuchs.de

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  4. Pizza essen finde ich immer eine wunderbare Idee. Das kann ich überall in Italien. Neapel kenne ich nur von einem ganz kurzen Zwischenstopp, doch was du uns so zeigst, sollte man es unbedingt für einen längeren Aufenthalt erkunden.
    Abgesehen davon, so ein bisschen Sommererinnerungen finde ich gerade angebracht :-)
    Regnerische Grüße, Katja

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  5. Uns hat Neapel jetzt auch nicht so gut gefallen, wie andere italienische Städte. Aber für einen Tag gibt es mehr als genug tolle Sehenswürdigkeiten. Ganz besonders schön fanden wir die Gasse der Krippenmacher.
    Und Neapel ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Besuch des Vesuv, einen Tag in Pompeji bzw. Herculaneum! Mindestens drei Tage müssen also sein.

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  6. Ach schade dass der Friedhof bzw. das KNochenhaus nicht zugänglich ist. Das wäre sicher auf jeden Fall sehenswert. Der öffentliche Nahverkehr scheint ja wirklich günstig zu sein. Und hoffentlich etwas zuverlässiger als bei uns. ;) Das Spanische Viertel sieht spannend aus. Die Streetart ist wirklich cool. Da hätte ich auch ewig fotografieren können!

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  7. Deiner Zusammenfassung hier kann ich weit mehr recht geben als der auf Facebook, die ich gelesen habe, wo du schriebst, Neapel sei Durchschnitt. Denn *durchschnittlich* ist es ganz sicher nicht! Alles, aber sicher nicht das!! Neapel ist eben, wie du schreibst, besonders. Es ist unfassbar anstrengend. Es enthält so viel Kunst, dass man sein Leben damit verbringen könnte. Aber ich persönlich mag auch etliche andere Städte in Italien sehr viel lieber.

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  8. Meine Tochter und ich sind auch riesige Italienfans, aber in Neapel waren wir leider noch nicht! Trotzdem steht Pizza essen bei uns auch immer ganz oben auf der To do-Liste! Schade, dass der anvisierte Laden zu hatte! Aber Ihr kamt ja doch noch zu Eurem Genuss :)

    Liebe Grüße
    Jana

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