31. Mai 2022

Wasserturm Finow - ehem. Hindenburgturm

Der Wasserturm Finow - ehemals Hindenburgturm - befindet sich in Finow, einem eingemeindeten Ortsteil der Stadt Eberswalde in Brandenburg. Er ist sowohl architektonisch interessant, ein Aussichtsturm als auch ein Museum.

Erbaut wurde der Turm 1918. Er diente damals der Wasserversorgung für Industrie und Wohnungen. Dazu wurde Wasser aus 6 Tiefbrunnen hinaufbefördert. Auftraggeber des Turms war die Hirsch, Kupfer- und Messingwerke AG. Der Architekt Paul Mebes hat mit diesem Turm ein architektonisch besonderes Bauwerk mit gotischen Stilmotiven erschaffen. Auch die Art, dass der Wasserbehälter sozusagen auf 4 Beinen steht, ist außergewöhnlich für einen Wasserturm.

Der Wasserturm Finow hat eine Gesamthöhe von 48,60 Metern. Der Wasserbehälter hatte mit seinen 7 Metern Durchmesser und 5 Metern Höhe ein Fassungsvermögen von 200 Kubikmetern, wovon stets 50 Kubikmeter als Löschwasser reserviert waren. Als Wasserturm war der Turm bis in die 60er Jahre zur Waserversorgung in Betrieb. Endgültig vom Netz ging er Anfang der 70er Jahre.

Von 1918 bis 1945 trug der Turm den Namen Hindenburgturm. Dieser Name wird nicht mehr offiziell geführt und vor 77 Jahren wurde dieser Namenszusatz entfernt. Der Gedenkhof zum 1. Weltkrieg zeugt noch davon, dass der Turm nicht nur als Wasserturm diente, sondern auch als Gedenkort. Auf Druck der Nazis war der Turm wohl auch von 1938 bis 1945 ein Kriegerdenkmal.

Im Jahr 2003 wurde ein Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e. V. gegründet. Dieser setzte sich gemeinsam mit weiteren Partnern für die Sanierung des Turms ein. Eigentümer des Turms ist die Stadt Eberswalde, welche ebenfalls die Sanierung mit konzipierte und Fördermittel organisierte. Im Jahr 2007 war die Sanierung dann abgeschlossen. Seit Mai 2011 ist der Wasserturm auch barrierefrei bis zum 2. OG - also dem Museum - erreichbar.

Zum Erreichen dieser Barrierefreiheit haben nicht zuletzt die sogenannten Fenster-Paten beigetragen. Der Wasserturm hat nämlich insgesamt 112 Fenster und jedes einzelne hat einen Paten. Eine tolle Art, den modernen Ausbau mit zu finanzieren. Eine Übersicht aller Fenster mit Paten findet ihr auf der Website des Wasserturms (Link unterm Blog).

Aber nun zum Inhalt des Turmes: Wer den Turm über die Treppen bis ganz nach oben gehen möchte, muss 261 Stufen hinaufsteigen. Einfacher geht es mit dem Fahrstuhl. Nach dem Eingang geht es erst einmal ein paar Treppen hinab. Hier steht alternativ ein Treppenlift zur Verfügung. Dort befindet sich ebenfalls eine kleine Museumsfläche. Von hier aus geht man nun entweder die Stufen nach oben oder nimmt den Fahrstuhl. Wer die Stufen geht, kommt allerdings nicht auf den Innenhof, wo sich die Gedenktafeln zum ersten Weltkrieg befinden.

Eine Etage weiter oben befindet sich eine kleinere Ausstellung und eine Galerie. Hier kann man sich auch auf die Bänke setzen und verweilen. Ein Holzmodell des Wasserturms ist hier ebenfalls zu finden.

In der zweiten Etage befindet sich seit dem Jahr 2009 das Museum zum ehemaligen Messingwerk. Untergebracht ist die Dauerausstellung im ehemaligen Wasserbehälter. Man läuft praktisch in dem runden Wasserbehälter und schaut sich die ausgestellten Objekte und Schrifttafeln an. Schon ein spannendes Erlebnis, in dem riesigen Behälter zu stehen.

Wer noch weiter nach oben will, muss dann die Treppe nehmen, denn der Fahrstuhl endet im 2. OG. Es sind nun noch 40 Stufen eine Wendetreppe hinauf und man hat zweierlei Ausblick. Von hier oben kann man nämlich in den Wasserbehälter hineinschauen - ebenfalls eines sehr interessente Sicht.

Geht man durch die Tür nach außen, betritt man die Aussichtsplattform, welche komplett um den Wasserturm herumgeht. Man befindet sich dann in 44 Metern Höhe und kann eine wunderbare Rundumsicht auf das Umland genießen. Am Geländer sind Hinweise, worauf man blickt, so dass man sich gut orientieren kann.


Der Wasserturm Finow ist sowohl als Bauwerk wie auch als Museum auf jeden Fall einen Besuch wert. Man erfährt hier viel Interessantes über die Region und die industrielle Geschichte. Und vielleicht bekommt ihr ja Lust, Euch anschließend auch noch die Messingwerksiedlung und die Musterhäuser mit Kupferblechverkleidung anzusehen. Beides befindet sich in direkter Nähe. Weitere Infos und eine tolle interaktive Karte dazu findet ihr auf der Homepage des Wasserturms (Link unterm Blog).

Zum Abschluss kommt noch mit auf einen Rundgang im Wasserturm mit Innenansichten und tollen Ausblicken von der Aussichtsplattform:



Anfahrt: GoogleMaps

Parken: direkt vorm Eingang, kostenfrei

Eintritt: Erw. 5 €, Kinder ab 6 J. 2 € (Stand: 05/2022)

Öffnungszeiten: Ostern - Herbstferien Sa., So. 10-17 Uhr (Stand: 05/2022)

Barrierefreiheit: bis zum 2. OG (Museum) mit Treppenlift und Fahrstuhl

Website: LINK



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